Montag, 26. April 2010

Mein Zweiter Eintrag -- 13. Februar 1944

Monaten wurden Jahren. Ich saß aber nicht für Jahren in eine Zelle, sondern habe ich jeden Tag schwer gearbeitet, wenige Essen bekommen, und überhaupt keine leibliches Wohl gehabt. Das Dritte Reich schickte mich nach Hamburg ab, und dort blieb ich im Konzentrationslager Neuengamme. Ich war mit vielen anderen Menschen, die aus osteuropäischen Ländern gekommen waren. Nur einige waren aber aus meiner Heimat gekommen. Nach einige Tagen lernte ich ein Prager, Bohumel, kennen. Ohne eine Sprachgrenze hatten wir uns schnell gut verstanden. Es war schön dass ich endlich jemand hatte, mit wem ich sprechen könnte. Wir hatten unsere Kindheitserinnerungen getauscht und auf Prag gedacht. Während er seine Geschichte sprach könnte ich nur auf meine Mutter und Vater denken, meine alte Haus und das Feld, auf dem unsere Haus lag. Wir hätten so lang und schwer gearbeitet, bis zum wir kaum bewegen könnten, und danach haben wir Geschichte erzählten bis wir schliefen ein. Wir haben unsere Frauen und Kinder vermissten, und zusammen könnten wir über sie sprechen.

Nach ein paar Wochen fanden wir heraus, dass wir realitätsfremd waren. Plötzlich waren unsere schwer, unschöne Leben umgedreht. Viele Leute sind in wenigen Tagen wegen Krankheit gestorben. Bohumel und ich hatten aber „Glück“ gehabt, und wir haben übergelebt und durch gearbeitet. Wir sahen die Gräuel, die Wache getan hatten. Und, noch viel mehr als früher, hatte ich Angst. Wir alle hatten Angst gehabt.

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