Liebe Tagesbuch,
Dieses Morgen bin ich so aufgeregt! Gestern Abend habe ich einen Brief von dem Mädchengymnasium in Berlin bekommen. Sie haben einen Platz für mich! Endlich könnte ich wissen wie es in der Schule zu gehen ist. Nie mehr muss ich die Bücher von meinem Bruder lessen. Jetzt bekomme ich Bücher, die wirklich für mich sind. Meinen Vater und Bruder sind auch aufgeregt. Für Mutter ist es vielleicht ein bisschen mehr schwer. Sie ist traurig, dass ich nicht mehr zu Hause bleiben wollte. Ich denke, dass sie ziemlich einsam und langweilig fühlt. Wir machen viel zusammen, weil wir immer zu Hause sind. Wir kochen oder lesen zusammen. Oftmals gehen wir einkaufen oder machen Hausarbeit. Ich bin nicht traurig, dass ich weniger Hausarbeit machen müsste. Aber ich bin wirklich traurig, dass ich weniger Zeit mit meiner Mutter verbringen könnte.
Ich bin begeistert nach Berlin zu fahren. Aber ich bin auch sehr nervös. Ich habe niemals etwas so fremd gemacht. Mutter sagt wenn ich nur Erfahrungen, die gefahrlos sind, wurde ich nichts erreichen. Deswegen müsste ich brav sein. Mein erstes Tag ist nächste Woche. Ich habe viel zu tun um vorbereiten zu sein. Mutter sagt, dass ich ein neues Kleid für die Schule kaufen könnte. Vielleicht wurde es mein erster Tag ein bisschen leichter machen.
Tschüs!
Helga
Glückwünsche an der Uni Helga! Frauen wie dich sind nicht in dieser Zeit üblich. Ich kann nicht an der Uni gehen, weil meine Familie nicht genug Geld verdienen. Du bist sehr glücklich. Du wirst nicht in der Fabrik oder nach Hause arbeiten!
AntwortenLöschenFritz S. (Christen)